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Vorwort 2010

Mit Flexibilität und Ideen der Krise begegnen!

Auch der Baumaschinenbranche weht der Krisensturm hart ins Gesicht, obwohl die Bauwirtschaft (als unser wichtigster Partner) selbst bisher „nur“ von einstelligen Einbußen betroffen ist! Die österreichischen Baumaschinenhändler aber mussten im Tiefbaubereich in 2009 drastische zweistellige Umsatzreduzierungen in Kauf nehmen! Dem Hochbau-Bereich (Kräne) hingegen erging es besser und landete im Jahresvergleich bei einer „schwarzen Null“.

Unsere Partner von der Bauwirtschaft zehren einerseits noch von der guten Auftragslage aus 2008 und den diversen, wenn auch langsam umgesetzten Förderungsmaßnahmen und vorgezogenen Infrastrukturprojekten, und andererseits vom relativ jungen Baumaschinengerätebestand, der den Ersatz-Investitionsbedarf stark dämpft!

Darüber hinaus haben Kredit- (Kapital-)knappheit und die Unplanbarkeit der unmittelbaren Zukunft viele als Alternative zur Investition die kurzfristige Miete von Baumaschinen entdeckt. Entsprechend qualitativ ausgestattete Vermieter konnten bis jetzt noch positiv bilanzieren.

Die Wirtschaftsforscher prophezeien für 2010 zwar ein Wirtschaftswachstum von 0,9%, begleitet mit einer Trendwende, aber dies wird eher ein „Auf“ ohne Schwung sein! Schwungbremsend werden sich vor allem die dennoch weiter steigende Arbeitslosigkeit, Staatsschuldenrate und das Budgetdefizit auswirken. Die Bauwirtschaft allerdings könnte auf Grund des Verzögerungseffektes in 2010 größere Herausforderungen zu meistern haben als in 2009! Die Baumaschinenbranche wird daher in 2010 wahrscheinlich mit keinen größeren Impulsen rechnen können und vermutlich auf dem Niveau von 2009 verharren!

Staatliche Initiativen, die das Budget zwar gegenwärtig im Verhältnis nur wenig belasten, aber über den Multiplikatoreffekt wesentlich mehr Geld und vor allem mehr Vertrauen in die Wirtschaft pumpen, und letztlich sogar zukünftige Staatsausgaben sparen, sind gefragt.

Nicht nur die Großunternehmen und Banken alleine sind förderungswürdig, sondern vor allem die KMUs, welche das tragende Rückgrat unserer Wirtschaft darstellen. Die Forderungen der Bauwirtschaft nach u. a. weitere Förderung der thermischen Sanierungen, rasche Umsetzung der Konjunkturpakete I und II etc., sind zu unterstützen. Aber die KMUs sollten auch die praktische Möglichkeit haben, sich bei Ausschreibungen größerer Projekte tatsächlich erfolgreich beteiligen zu können. Mit steuerlichen Maßnahmen (reduzierter MWSt-Satz, Steuerabsetzbarkeit etc) sollte das Pfuscherunwesen in Österreich bekämpft werden (ca. 8 Mrd p.a. in der Bauwirtschaft!). Kapitalkräftige Investoren könnte man mit über 100% hinausgehende Abschreibungen attraktive Anreize bieten. Unterstützungsgelder an Kreditinstitute sollten zu einem bestimmten Prozentsatz nachweislich nur für neue Kredit- (Leasing-)gewährungen verwendet werden dürfen! Und letztlich gehört die unsägliche Kreditvertragsgebühr (0,8%) in Zeiten wie diesen schon längst abgeschafft!

Nur mit Flexibilität und Ideen kann der Krise begegnet werden!

Komm. Rat Ferdinand Beringer
Obmann

 

Zum Geleit

Die wirtschaftlich schwierigen Zeiten des letzten Jahres haben uns vor Augen geführt, dass Investitionen in die heimische Bauwirtschaft mehr denn je eine wichtige Stütze für die Volkswirtschaft sind. Von der Reihe an Konjunkturbelebungsmaßnahmen war die Bereitstellung des Sanierungsschecks für die Thermische Sanierung im privaten und gewerblichen Bereich ein Volltreffer. So waren die Fördergelder des Sanierungsschecks binnen weniger Wochen vergriffen und lösten dann ein Bauvolumen aus, das sich auf ein Vielfaches der eingesetzten Fördermittel belief. Besonders positiv dabei ist, dass mit der Thermischen Sanierung Energie eingespart und so ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz geleistet wird – Stichwort Kyoto-Ziele. Zusätzlich werden aber auch zahlreiche Arbeitsplätze gesichert und Steuern sowie Sozialversicherungsabgaben generiert. Energiesparende und nachhaltige Bauweisen müssen auch angesichts der Österreichischen Klimaschutzziele in der Europäischen Union sowohl im Neubau als auch in der Sanierung weiter entwickelt und auch gefördert werden, weil davon sowohl Gesellschaft, Wirtschaft als auch die Umwelt profitieren.

Auch Ausgaben in die öffentliche Infrastruktur sind Investitionen in die Zukunft mit weitreichenden positiven volkswirtschaftlichen Effekten. Diese zeigen sich einerseits durch positive Beschäftigungswirkungen in Form von niedrigeren Arbeitslosenzahlen, höheren Steuereinnahmen, geringeren Sozialausgaben etc. und andererseits durch langfristige volkswirtschaftliche Erträge infolge steigender Standortattraktivität.

Für eine effiziente und qualitativ hochwertige Bauabwicklung sind moderne und hochwertige Baumaschinen eine notwendige Voraussetzung. Für die Bereitstellung der optimalen Geräte ist die Baumaschinenbranche ein wichtiger Partner für die Österreichische Bauwirtschaft. Der vorliegende neu aufgelegte MAWEV-Katalog gibt eine sehr gute Übersicht über Händler und Hersteller aus Österreich und im benachbarten Ausland und ist zu einem unverzichtbaren Nachschlagwerk für die Baubranche geworden. Die Ausgabe 2010 wird somit in bewährter Weise den Entscheidungsträgern der österreichischen Bauwirtschaft als Informationsgrundlage im Bereich der Baumaschinen dienen.

In diesem Sinne wünsche ich dem Verband Österreichischer Baumaschinenhändler bei seinen weiteren Aktivitäten viel Erfolg und freue mich auf weitere gute Zusammenarbeit!


Komm.Rat Ing. Hans Werner Frömmel,
Bundesinnungsmeister der Bundesinnung Bau

 

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